Berichte von Patinnen und Paten

Erfahrungsbericht von Christiane M.-R.

Wir haben selbst einige Jahre in Japan gelebt und ich erinnerte mich noch gut an unsere Anfangsschwierigkeiten, sich in einem so fremden Land ohne Sprachkenntnisse zurechtzufinden. Da war es mir eine Freude, Patin für eine japanische Familie zu werden, ihr mein Land nahe zu bringen und mit ihr die Alltagsprobleme zu lösen: Was kaufe ich wo ein? Was steht auf dieser Verpackung und wir funktioniert die Waschmaschine? Über die Zeit sind unsere Familien Freunde geworden und auch wenn wir nun nicht mehr in Dresden wohnen, gibt es regelmäßig Gelegenheiten, uns zu treffen. In der Zwischenzeit halten wir per Telefon und Email Kontakt.

Erfahrungsbericht von Annegret F.-S.

Mit unseren Kindern (5, 9, 10) übernahmen wir November 2014 die Patenschaft für eine Familie aus Japan. Die Familie mit zwei kleineren Jungs (3, 6) kam nach einem USA-Aufenthalt für 6 Monate nach Dresden. Auch wenn uns das Thema durch eigene Auslandsaufenthalte nicht fremd war, waren wir neugierig, wie sich eine Patenschaft mit Familie umsetzen ließe. Unsere sonst sehr aufgeschlossenen Kinder hatten ein wenig Sorge, wie die Verständigung funktionieren könne. Diese Sorge zerschlug sich jedoch beim ersten Treffen in Windeseile. Beim LEGO-Spielen braucht es keine Fremdsprachen und die Kinder hatten von Anfang an viel Spaß mit einander. Wir Eltern hatten schnell eine Wellenlänge gefunden und die Verständigung auf Englisch funktionierte gut. Interessant waren die vielen Fragen, die bei jedem Treffen feinsäuberlich auf einem Zettel vorbereitet waren:

Da war zum Beispiel die Feststellung, dass in den Blumenläden Tannenzweige und Figuren aus Tannenzweigen verkauft werden. Die berechtigte Frage war: “Was machen Deutsche mit den Tannenzweigen?” Naheliegend folgte unsererseits eine Erklärung zum Advent und zum Brauchtum Adventskerzen, -kranz, und –kalender. Interessiert wurde zugehört und dann folgte die Frage, wie man die Kerzen auf einem Kreuz aus Tannenzweigen anordnet. Zunächst waren wir verwirrt und kurz sprachlos. Dann mussten wir lächeln. Es war drei Tage vor Totensonntag und die angesprochenen Kreuze hatten nichts mit dem Advent zu tun.

Erstaunlich für uns waren die kleinen Hürden des Alltags, die für Fremde sehr groß sein können. Ein Beispiel: Die Familie kauft eine Handykarte, um über ein Mobiltelefon erreichbar zu sein. Wie jeder weiß, kann man die Menüführung in verschiedene Sprachen umstellen. ABER dafür, muss man Deutsch können, um die Ansage/Anleitung zu verstehen. Für uns war das in wenigen Sekunden erledigt und unsere Gäste waren glücklich endlich ihre Mobilbox abhören zu können.

Als die Familie Ende März zurück nach Japan flog, waren wir alle traurig, auch die Kinder. Seit dem schreiben wir uns gelegentlich Emails und wir haben bereits Bilder der Einschulung erhalten, die in Japan am 1. April erfolgt.